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Verantwortungsvolles Spielen – Was bei Online Casino spielen beachtet werden sollte

Online Casinos haben in den letzten Jahren vor allem in puncto Popularität einen gewaltigen Sprung nach vorne gemacht. Kein Wunder, kann der Kunde doch hier auf eine Vielzahl von Spielen zurückgreifen, die nicht nur ein kurzweiliges Spielen, sondern auch Gewinne mit sich bringen können. Angefangen von Slots über Tisch- und Kartenspiele bis hin zu Lotterien – mittlerweile ist im Netz nahezu alles rund um das Glücksspiel vorhanden. Doch damit einher geht auch eine Gefahr, die leider viel zu häufig unterschätzt wird – die Spielsucht. Die einschlägigen Organisationen, die sich um Spielsüchtige kümmern, haben hier schon lange Alarm geschlagen, zumal die Dunkelziffer der Betroffenen sehr hoch liegen dürfte. Was eine Spielsucht ist, wie sie entsteht und welche Gegenmaßnahmen ergriffen werden können, zeigt der folgende Ratgeber.

Was versteht man unter einer Spielsucht?

Die Spielsucht ist ein sehr komplexes Thema und wird vor allem im Zuge der florierenden Online-Casino-Branche mehr denn je diskutiert. Natürlich können all die Spielautomaten, Black-Jack-Tische und Pokerrunden viel Spaß machen – aber wer nicht aufpasst, rutscht schnell in den Sumpf der Spielsucht hinab. Das Fatale an der Spielsucht: Die Betroffenen wollen dies nicht wahrhaben und wirken nach außen völlig normal, so dass das direkte Umfeld hiervon zunächst einmal gar nichts mitbekommt. In der Regel ist diese Erkrankung, die medizinisch auch „Pathologisches Spielen“ genannt wird, durch mehrere Phasen gekennzeichnet:

  1. Anfängliches Gewinnen: Spieler, die gerade erst in die Welt der Online Casinos eintauchen, werden feststellen, dass sie am Anfang vielleicht gute bis sehr gute Gewinne einfahren. Wer sogar wesentlich mehr gewinnt als er verliert, wird sicherlich auch extrem euphorisch an das Spielen herangehen. Was eine Vielzahl von Spielern allerdings dabei nicht bedenkt: Glücksspiel bleibt nun einmal Glücksspiel. Gute Strähnen können vorkommen, aber ebenso richtig schlechte Phasen. Ebenfalls wichtig: Casinos haben ohnehin in den meisten Spielen einen Hausvorteil, so dass langfristige, dicke Gewinne eher Seltenheitswert besitzen.

 

  1. Höhere Einsätze: Die eben angesprochene Euphorie sowie das Glücksgefühl des Gewinnens führen dazu, dass die Spieler in der Folge oft größere Beträge einsetzen. Denn wer mehr einsetzt, kann auch größere Gewinne einfahren. Diese Denkweise ist prinzipiell richtig, jedoch besteht so auch die Gefahr, immer mehr Geld zu verlieren.

 

  1. Panik und noch höhere Einsätze: Eine der kritischsten Phasen beim Beginn einer Spielsucht ist die, in der der Spieler glaubt, seine Verluste durch vermehrtes Spielen wieder aufholen zu können. Er wird daher noch öfter Spielen und mitunter noch größere Beträge einsetzen, um die Verluste wieder rückgängig zu machen. Ein böser Irrtum! Denn das Zurückgewinnen des verlorenen Geldes ist so gut wie gar nicht möglich, so dass der Spieler genau hier immer weiter in den Sumpf der Spielsucht rutscht. Er ist so verzweifelt, dass er in diesem Punkt nicht mehr rational denken kann und sich einredet, er könnte die Automaten und Dealer trotzdem oft genug schlagen, um wieder mit einer schwarzen Null zu starten.

 

  1. Gefährdung von Arbeitsplatz und sozialen Kontakten: Wer immer weiter spielt und dem Spielen alles andere unterordnet, der bringt auch unter Umständen seinen Arbeitsplatz in Gefahr. Denn nicht selten melden sich Spielsüchtige für die Arbeit krank, um entweder eine Spielhalle aufzusuchen oder aber von zu Hause aus in einem Online Casino zu spielen. Wenn sich die Fehlzeiten häufen oder der Arbeitgeber schlichtweg dahinterkommt, dass hier zugunsten des Spielens krankgefeiert wurde, hat dies mindestens eine Abmahnung, wenn nicht sogar die fristlose Kündigung zur Folge. Ein weiterer Punkt ist der Verlust von sozialen Kontakten. Denn durch das vermehrte Spielen hat der Betroffene keine Zeit mehr, um sich mit Freunden oder der Familie zu treffen. Meist ist es diese Phase, in der auch Außenstehende erstmals Notiz von der Spielsucht nehmen.

 

  1. Verspielen von „Haus und Hof“ und Kriminalität: Eine weitere Gefahr der Spielsucht besteht natürlich darin, sich völlig zu überschulden und sein ganzes Hab und Gut zu „verzocken“. Damit weitergespielt werden kann, wird der Betroffene häufig entweder dazu neigen, sich Geld zu leihen – sei es, per Kredit oder sogar aus dubiosen Quellen – oder er wird Straftaten begehen, um sich wieder „frisches Geld“ zum Spielen zu beschaffen. Ein Teufelskreis, aus dem es ohne professionelle Hilfe kein Entrinnen gibt.

Warum häufen sich die Fälle von Spielsucht?

Der Markt für Glücksspiele wird immer größer. In vielen Städten gibt es Dutzende Spielhallen mit ebenso vielen Spielautomaten. Zudem ist heutzutage der Zutritt in normale Spielbanken für nahezu jedermann möglich. Vorbei sind die Zeiten, in denen man nur als Mitglied besonderer Schichten Zutritt zu einem Casino hatte. Auch der „ganz feine Zwirn“ ist längst nicht mehr eine der Grundvoraussetzungen, um in einem Casino spielen zu können. Die Anzahl der Online Casinos steigt zudem stetig an und bieten aufgrund ihres Komforts natürlich auf extrem leichte Art und Weise Zutritt zu einer Vielzahl von Spielen. Da viele dieser Spiele mittlerweile auch auf Smartphones oder Tablets funktionieren, kann man im Grunde von überall aus spielen. Diese Vorzüge rufen natürlich sehr viele Kunden auf den Plan, die in einem solchen Online Casino spielen wollen. Dementsprechend steigt auch die Zahl derer, die potenziell gefährdet sind, an einer Spielsucht zu erkranken.

Wie kann man die Spielsucht bekämpfen?

Eine wichtige Rolle spielen bei dieser Frage Freunde und die Familie. Wenn sie erste Anzeichen einer möglichen Spielsucht feststellen, dann sollten sie nicht zögern, sondern helfen. In erster Instanz kann man natürlich das Gespräch mit dem Betroffenen suchen. Zumindest in der Anfangsphase einer Spielsucht wird er diese vermutlich abstreiten und entgegnen, dass alles in Ordnung sei. Parallel sollten sich Freunde und Familie allerdings mit fachkundigen Stellen in Verbindung setzen, da sie hier auf geschulte und speziell ausgebildete Mitarbeiter treffen. Diese können dabei helfen, bestimmte Verhaltensweisen oder Auffälligkeiten besser zu deuten. Ebenfalls wichtig: Der Betroffene darf nicht das Gefühl bekommen, aufgrund seiner Spielsucht ausgegrenzt zu werden. Wenn dies geschieht, dann ist die Gefahr groß, dass er noch weiter abrutscht und in der Folge auch weitere Probleme wie etwa Drogensucht, Depressionen und Co. auf den Plan treten. Wer sich in einem Online Casino anmeldet, der wird feststellen, dass der Großteil von ihnen mittlerweile extra Bereiche auf den Seiten eingerichtet hat, in denen man sich über Spielsucht, deren Symptome und Folgen informieren kann. Auch werden dort Anlaufstellen genannt, die sowohl von den Betroffenen selbst als auch von den Angehörigen und Freunden in Anspruch genommen werden können. Einige dieser Anlaufstellen sind allerdings nur in englischer Sprache verfügbar. Über eine Google-Suche lassen sich aber auch Einrichtungen in unmittelbarer Nähe finden.

Welche Einrichtungen können helfen?

Es gibt diverse Internetseiten, die zum Beispiel eine Suche nach Postleitzahlen im Angebot haben. So findet der Betroffene oder dessen Umfeld schnell Hilfe in der näheren Umgebung. Zum Beispiel bietet die Caritas in vielen Städten eine entsprechende Beratung an. Hierbei werden nicht nur Sprechstunden zur Spielsucht, sondern auch für andere Suchterkrankungen angeboten. Das Diakonische Werk ist ebenfalls eine Einrichtung, die sich anonym mit Suchterkrankungen – auch mit der Spielsucht – befasst. Hierbei handelt es sich um ambulante Einrichtungen, die in persönlichen Gesprächen mit Rat und Tat zur Seite stehen. Eine weitere Anlaufstelle ist die Telefonseelsorge, die bundesweit über gebührenfreie Rufnummern erreicht werden kann. Zu bedenken ist bei all diesen Angeboten allerdings, dass hierbei auch viel Eigeninitiative und Eigenverantwortung des Betroffenen gefragt sind.

Wer sich dazu nicht in der Lage sieht, der könnte auch eine stationäre Behandlung in Erwägung ziehen. Das Wichtigste ist hierbei, dass der Betroffene zunächst einmal aus seinem gewohnten Spieler- und Spielumfeld herausgenommen wird, um nicht wieder in alte Muster zu verfallen. Diese Distanz ist von sehr großer Bedeutung, da man so die Chance hat, zu reflektieren. Darüber hinaus sind hier verschiedene Schnittstellen an der Behandlung beteiligt. Eine Spielsucht kann zu weiteren Erkrankungen führen, nicht selten sind diese bereits vorhanden. Zum Beispiel kann es hierbei um Alkoholsucht oder um Depressionen gehen. Der Vorteil eines stationären Aufenthalts besteht darin, dass die Betroffenen auch bei ihren Begleiterkrankungen kompetente Hilfe bekommen – und das im selben Haus. Wie erfolgreich eine solche Behandlung auch langfristig ist, ist ähnlich schwer zu beziffern, wie bei einer Alkoholsucht. In einigen Fällen reicht ein „Trigger“ aus, und der Mensch befindet sich wieder mittendrin im Teufelskreis. Bei der Spielsucht kann es sich um banale Dinge wie Werbung, das Geräusch von Münzen oder das eines Spielautomaten handeln. Von daher ist es auch nach dem Ende der Therapie wichtig, dass Freunde und Angehörige weiter ein wachsames Auge auf den Betroffenen haben.

Fazit

Die Spielsucht ist tückisch und gefährlich! Oft erkennen weder Betroffene noch Angehörige und Freunde die Anzeichen dieser Erkrankung. Wenn es dann so weit ist, dass die Tendenz erkannt wird, ist es oft schon zu spät. Dann geht es um Schadensbegrenzung und eine gute Therapie. Die Spielsucht verläuft in mehreren Stufen. Zu Beginn ist der Spieler euphorisch und freut sich über Gewinne. Da es sich aber um Glücksspiel handelt, wird er auch einmal eine Durststrecke durchleben und in der Folge noch mehr spielen und höhere Beträge einsetzen. Fatal ist hier vor allem der Wunsch, Verluste wieder einzuspielen. Spätestens dann, wenn Arbeitsplatz und soziale Kontakte gefährdet sind, muss dringend gehandelt werden. Die Therapiemöglichkeiten können von Gesprächen in ambulanten Einrichtungen bis hin zu stationären Aufenthalten in Kliniken reichen. Angehörige finden sowohl im Internet als auch auf den Seiten einiger Online Casinos Anlaufstellen oder umfangreiches Infomaterial. Wenn die Zeichen erkannt werden und der Betroffene auch die nötige Eigeninitiative zeigt, kann eine Spielsucht erfolgreich bekämpft werden.